Kurz gesagt
Was tun, wenn mein GMX- oder WEB.DE-Konto gehackt wurde?
Kommen Sie noch ins Postfach, ändern Sie sofort das Passwort und arbeiten Sie die Absicherungs-Liste der Hilfe der Reihe nach ab: Sitzungen zurücksetzen, Virenscan, Mobilfunknummer und Kontakt-E-Mail prüfen, Filterregeln und Weiterleitungen löschen. Kommen Sie nicht mehr hinein, setzen Sie das Passwort über assistent.gmx.net bzw. assistent.web.de zurück. Ohne Zugriff auf Telefon und Kontakt-E-Mail bleibt die persönliche Identifizierung mit dem Personalausweis.
Woran Sie einen Fremdzugriff erkennen
GMX nennt diese Anzeichen:
- Eine System-Info-Mail über einen Login, den Sie nicht selbst durchgeführt haben
- Eine Nachricht, dass persönliche Daten in Ihrem Konto geändert wurden
- Bekannte erhalten E-Mails von Ihnen, die Sie nie geschrieben haben
- Viele Mail-Rückläufer („Mailer-Daemons“), weil Ihr Postfach Spam verschickt
Noch Zugriff? Diese Reihenfolge empfiehlt GMX
Sobald Sie wieder im Postfach sind, sollen Sie diese Maßnahmen laut Hilfe in genau dieser Reihenfolge erledigen:
- 1Passwort sofort ändern, auch wenn der Kundenservice es bereits zurückgesetzt hat.
- 2Logins und Sitzungen zurücksetzen, also „eingeloggt bleiben“ beenden und App-Zugriffe abmelden.
- 3Einen Virenscan durchführen und den Rechner neu starten. Findet der Scan etwas, ändern Sie das Passwort danach noch einmal.
- 4Hinterlegte Mobilfunknummer und Kontakt-E-Mail-Adresse prüfen und korrigieren.
- 5Name, Geburtsdatum und Anschrift prüfen: Diese Daten braucht der Kundenservice, um Sie zu erkennen.
- 6Filterregeln auf automatische Weiterleitungen prüfen und fremde Regeln löschen.
- 7Passkeys prüfen und unbekannte löschen.
- 8Den Zugriff über IMAP oder POP3 prüfen und bei Bedarf abschalten.
- 9Die Zwei-Faktor-Authentifizierung einschalten.
- 10Anwendungsspezifische Passwörter für Mail-Programme löschen und neu anlegen.
Kein Zugriff mehr: Passwort über den Assistenten zurücksetzen
GMX schreibt, dass Sie das Passwort in den meisten Fällen selbst zurücksetzen können und dafür kein Anruf nötig ist. Rufen Sie assistent.gmx.net auf, bei WEB.DE assistent.web.de, geben Sie Ihre E-Mail-Adresse ein und lösen Sie die Sicherheitsabfrage. Der Assistent bietet die Wege an, die in Ihrem Konto hinterlegt sind, einen nach dem anderen:
- Ein Freischaltcode per SMS an Ihre Mobilfunknummer
- Ein Code an Ihre Kontakt-E-Mail-Adresse
- Ein Code per E-Mail ins Postfach selbst, wenn Sie in der App oder im Mail-Programm noch angemeldet sind
- Die persönliche Identifizierung mit gültigem Personalausweis, einem Smartphone mit Kamera für eine Ident-App und einer alternativen E-Mail-Adresse
Zwei-Faktor-Authentifizierung beim Zurücksetzen
Hatten Sie die Zwei-Faktor-Authentifizierung eingeschaltet, fragt der Assistent nach dem Code nach Ihrem Geheimschlüssel. Laut GMX wird die Zwei-Faktor-Authentifizierung damit abgeschaltet; richten Sie sie neu ein, sobald Sie wieder im Postfach sind.
Was die Sperr-Meldungen bedeuten
Den Sperrgrund zeigen Apps und Mail-Programme teils nicht an. GMX rät deshalb, sich am PC oder Laptop direkt auf der Website einzuloggen. Die häufigsten Meldungen:
- Sicherheitsüberprüfung: zeitgleiche Logins an verschiedenen Orten oder Spam über Ihr Konto. Sie bestätigen sich per Push in der App und ändern danach das Passwort.
- Identitätsprüfung: Sie fordern einen SMS-Code an und heben die Sperre damit selbst auf.
- Login vorübergehend nicht möglich: eine Sperre für Ihre IP-Adresse. Warten Sie die angezeigte Zeit ab oder verbinden Sie sich neu, etwa durch einen Neustart des Routers.
- Vorsorgliche Sicherheitssperre: ungewöhnliche Aktivität wie sehr viele E-Mails in kurzer Zeit. Virenscan, aktuelle Kontaktdaten, Identitätsprüfung, dann ein neues Passwort.
- Offene Forderungen: keine Hacker-Sperre, sondern eine unbezahlte Rechnung. Nach dem Ausgleich wird das Konto wieder freigeschaltet.
Was nicht hilft
- Eine „GMX-Hotline“ aus einer Anzeige anrufen: Für das Zurücksetzen ist laut GMX meist kein Anruf nötig
- Nur das Passwort ändern und Weiterleitungen übersehen: Darüber liest der Angreifer weiter mit
- Dasselbe Passwort auf anderen Websites lassen: GMX nennt mehrfach genutzte Passwörter als häufigen Einfallsweg
Danach: die Konten, die an dieser Adresse hängen
Über das Postfach lassen sich die Passwörter fast aller anderen Konten zurücksetzen. Prüfen Sie deshalb danach Instagram, Facebook, PayPal, Kleinanzeigen und Ihr Online-Banking, am besten mit unserer Checkliste für gehackte Konten. Bei Kleinanzeigen hilft der Ratgeber zum gesperrten Konto.
Häufige Fragen
Gibt es eine Hotline für gehackte GMX-Konten?
GMX verweist auf den Hilfe-Chat (Sprechblasen-Symbol unten rechts auf der Hilfeseite) und auf seine Kundenservice-Seite mit allen Kontaktwegen. Für das Zurücksetzen des Passworts ist laut GMX in den meisten Fällen kein Anruf nötig. Nutzen Sie nur Kontaktwege, die Sie selbst über gmx.net oder web.de gefunden haben.
Ich komme weder an meine Handynummer noch an die Kontakt-E-Mail.
Dann bleibt laut GMX die persönliche Identifizierung: Ihr gültiger Personalausweis, ein Smartphone mit Kamera für die Ident-App und eine alternative E-Mail-Adresse für den Freischaltcode. Mit einem abgelaufenen Ausweis schlägt sie fehl.
Muss ich das Passwort ändern, obwohl der Kundenservice es schon zurückgesetzt hat?
Ja. GMX nennt die Passwortänderung als wichtigste Maßnahme, ausdrücklich auch nach einer Rücksetzung durch den Kundenservice. Findet der Virenscan etwas, ändern Sie es nach der Bereinigung noch einmal.
Können Sie mein GMX-Konto für mich zurückholen?
Den Assistenten und die Identifizierung erledigen nur Sie selbst, und wir fragen nie nach Passwörtern oder Codes. Wurden über die gehackte Adresse auch Instagram, Facebook oder andere Konten übernommen, helfen wir dort über die offiziellen Wege der Plattformen.
Offizielle Quellen
Die eigenen Hilfe- und Richtlinienseiten der Plattformen. Wir stehen in keiner Verbindung zu ihnen.