Kurz gesagt
Wie finde ich heraus, ob mein Konto gehackt wurde?
Achten Sie auf Login-Hinweise von fremden Geräten, Mails über geänderte E-Mail-Adresse oder Passwort, geänderte Kontodaten, gelesene Nachrichten, die Sie nicht geöffnet haben, und Bestellungen, die nicht von Ihnen sind. Prüfen Sie Ihre E-Mail-Adresse zusätzlich mit einem Leak-Checker, etwa dem Identity Leak Checker des Hasso-Plattner-Instituts oder dem Leak-Checker der Uni Bonn. Wird sie gefunden, ändern Sie die Passwörter der betroffenen Dienste und überall, wo Sie dasselbe Passwort nutzen.
Die Anzeichen
Die Verbraucherzentrale nennt diese Hinweise auf einen Hackerangriff:
- Ihr Anbieter meldet einen Login von einem anderen Gerät, und Sie waren das nicht.
- Sie bekommen eine Mail über eine geänderte E-Mail-Adresse oder ein geändertes Passwort.
- Sie kommen gar nicht mehr in Ihren Account.
- Ihre Daten im Konto wurden geändert.
- Es gibt gelesene Nachrichten, die Sie nicht geöffnet haben.
- Nachrichten oder Anfragen gehen scheinbar von selbst an andere.
- Sie erhalten plötzlich gar keine Nachrichten mehr.
- Sie bekommen Bestellbestätigungen ohne passende Bestellung.
- Mahnungen oder Inkassoschreiben, die Sie nicht zuordnen können, treffen ein.
- Sie werden erpresst und sollen zahlen, um Ihr Konto zurückzubekommen.
Mit dem Leak-Checker prüfen
- 1Öffnen Sie einen der Dienste, die die Verbraucherzentrale nennt: den Identity Leak Checker des Hasso-Plattner-Instituts (ilc.hpi.de), den Leak-Checker der Uni Bonn (leakchecker.uni-bonn.de) oder Have I Been Pwned von Troy Hunt (haveibeenpwned.com).
- 2Geben Sie Ihre E-Mail-Adresse ein. Beim Leak-Checker der Uni Bonn werden Sie per E-Mail benachrichtigt.
- 3Wird Ihre Adresse gefunden, ändern Sie das Passwort bei den betroffenen Diensten, und überall dort, wo Sie ein gleiches oder ähnliches Passwort verwenden.
Der HPI-Checker zeigt nur, welche Art von Daten betroffen ist, nicht das Passwort selbst. Eine Warnung bleibt auch nach dem Passwortwechsel bestehen, weil das alte Passwort weiter im Datenleck steht.
Wenn Sie noch hineinkommen
- 1Machen Sie einen Virenscan und wechseln Sie für die nächsten Schritte auf ein anderes Gerät, damit neue Zugangsdaten nicht abgefangen werden.
- 2Ändern Sie Passwort und gegebenenfalls die verknüpfte E-Mail-Adresse; beim gehackten E-Mail-Konto zuerst das E-Mail-Passwort.
- 3Prüfen Sie Filterregeln und Weiterleitungen im Postfach: Betrüger leiten eingehende Mails gern an fremde Adressen um.
- 4Prüfen Sie, welche anderen Konten mit Ihrem Postfach verbunden sind, und ändern Sie auch dort die Passwörter.
- 5Bei Konten mit Bezahlfunktion: Bestellhistorie prüfen, Shop informieren, damit das Konto vorübergehend gesperrt wird, und Buchungen stornieren.
Wenn Sie gar nicht mehr hineinkommen
Dann haben die Täter laut Verbraucherzentrale sehr wahrscheinlich eine Zwei-Faktor-Authentisierung eingerichtet. Wenden Sie sich unbedingt an das Unternehmen, bei dem Sie das Konto haben: Nach einer Identitätsprüfung kann es Ihnen den Zugang oft wieder einrichten. Das gilt auch, wenn E-Mail-Adresse und Passwort geändert wurden. Wie das bei den großen Plattformen geht, steht in unseren Anleitungen, etwa Instagram gehackt und Facebook gehackt.
Daran sollten Sie auch denken
- Kontakte warnen: Familie, Freunde und Kollegen, damit niemand auf Phishing-Mails oder Schock-SMS in Ihrem Namen hereinfällt.
- Bank informieren und Karten im Zweifel über die Sperr-Hotline 116 116 sperren lassen (rund um die Uhr).
- Anzeige erstatten: online möglich; hilfreich ist es, direkt zur Polizei zu gehen und Beweise mitzubringen. Wege und Adressen: Deutschland-Seite.
- Opferhilfe: Das Opfer-Telefon des WEISSER RING ist täglich von 7 bis 22 Uhr unter 116 006 erreichbar.
- Dokumentieren: Ist ein Konto endgültig verloren, bewahren Sie den ganzen Vorgang auf, falls Ihre Daten später für Identitätsmissbrauch genutzt werden.
Häufige Fragen
Mein Passwort wurde in einem Leak gefunden. Betrifft das nur einen Dienst?
Nein. Laut HPI kann eine gestohlene Kombination aus E-Mail-Adresse und Passwort bei jedem Konto funktionieren, bei dem Sie diese E-Mail-Adresse nutzen. Ändern Sie das Passwort überall, wo Sie es verwendet haben.
Jemand bietet an, mein Konto gegen Bezahlung zurückzuholen.
Vorsicht: Unaufgeforderte Angebote dieser Art sind oft selbst Betrug. Woran Sie unseriöse Angebote erkennen, steht in Betrug bei Account-Wiederherstellung. Echte Hilfe fragt nie nach Ihrem Passwort oder einem Code.
Helfen Sie, wenn ich nicht mehr in mein Konto komme?
Ja, bei Social-Media- und Plattform-Konten, ausschließlich über die offiziellen Verfahren der Anbieter. Die erste Einschätzung ist kostenlos: Fall schildern.
Offizielle Quellen
Die eigenen Hilfe- und Richtlinienseiten der Plattformen. Wir stehen in keiner Verbindung zu ihnen.